Dr. Edgar Bracht
Lektorat
Karl Blessing Verlag
München, den 8. Juni 2005
Sehr geehrter Herr Dr. Hug,
als zuständiger Lektor weise ich Ihre Kritik an der Übersetzung des Romans „Allah n’est pas obligé“ als grob vereinfachend und erschreckend zurück, weil sie wesentliche Voraussetzungen völlig unterschlägt. Bevor ich die Notwendigkeit von Änderungen gegenüber den Originaltext erläutere nur zwei Informationen, die Sie unterschlagen. Zunächst einmal: Sowohl die nicht gerade bekannt für übertriebene Milde mit Übersetzungen bekannte „F.A.Z“, als auch der „Spiegel“ lobten das Buch und ausdrücklich auch die Übersetzung. Keine der 50 Rezensionen hatte etwas an der Übersetzung auszusetzen - auch nicht die Amazon-Leserstimmen, und das obwohl dort Ihre Rezension sozusagen als Steilvorlage für mögliche weitere Übersetzungskritik angeboten wird. Die positive Resonanz der Feuilletons sollte zumindest einmal der Fairness halber angedeutet werden, auch wenn man anderer Meinung ist. Aber nur so können Sie den Schein aufrechterhalten, Ihre Meinung zu einem so vertrackten Roman sei die einzig gültige.
Übrigens hat Frau Sabine Herting im selben Jahr wie Kouroumas „Allah n’est pas obligé“ auch den Roman „Tigre en papier“ von Olivier Rolin übersetzt hat. Dieser vielfach preisgekrönte Roman ist einer der schwierigsten Texte der französischen Literatur (andere Übersetzer lehnten den Auftrag mit dem Hinweis ab, er sei „unübersetzbar“; Tilman Spengler, nicht gerade unbeleckt in Sachen anspruchsvoller Texte, stellte dieses Buch hier in München mit den Worten vor, nie habe er so etwas Schwieriges gelesen), die im letzten Jahrzehnt ins Deutsche übertragen worden sind. Sabine Herting hat diese Aufgabe mit Bravour bewältigt, auch hier lobten FAZ und Spiegel u. v. a. ausdrücklich die Übersetzung dieses hochliterarischen, mit raffinierten Anspielungen gespickten Textes (Die Papiertiger von Paris, Blessing Verlag, 2003). Ich hatte auch in diesem Fall das Vergnügen, der zuständige Lektor zu sein. Hätten Sie in dieses Buch und das Original hineingeschaut, wäre Ihnen sofort aufgefallen, dass Frau Herting und auch ich als Lektor dem Ideal der Texttreue verpflichtet sind. Selbst Passagen, die Rolin – der übrigens mit der Übersetzung hochzufrieden war –, als für den deutschen Leser vielleicht nicht verständlich, zur Veränderung freigegeben hatte, wurden gewissenhaft und elegant ins Deutsche übertragen. Allein mit dieser ausgezeichneten Übersetzung hat Sabine Herting ein für allemal bewiesen, dass sie schwierige Texte ebenso akkurat wie elegant und inspiriert ins Deutsche überträgt. Es wäre also Ihre allermindeste Pflicht gewesen, darauf hinzuweisen, dass Frau Herting in ihren Übersetzungen normalerweise textgetreu arbeitet.
Auch im Falle von „Allah n’est pas obligé“ hat Sabine Herting eine textgetreue Übersetzung abgeliefert. Wir haben damals im Verlag – wir, das waren der mittlerweile verstorbene Dr. Karl Blessing, der zu jener Zeit auch den Knaus Verlag leitete, und ich sowie drei weitere Testleser – übereinstimmend festgestellt, dass Kouroumas Roman einer jener heiklen und raren Fälle ist, wo eine völlig wortgetreue Übersetzung dem Roman nicht gerecht wird. Ich habe daher die wortgetreue Übersetzung an einigen Stellen verändert. Der in der Kritik von Herrn Hug entstehenden Eindruck, diese Änderungen seien der reinen Gefälligkeit verpflichtet und nach amusischen Kriterien vorgenommen worden, ist aus folgenden Gründen.
Der Ich-Erzähler ist ein westafrikanisches Kind, das schlecht Französisch spricht und sich mit Lexika nach und nach in die Sprache der früheren Kolonialherren einfindet. Für den französischen Leser - das weiß ich aus vielen Gesprächen in Frankreich - ist es mal rührend, mal erschütternd, mal grotesk - also immer: emotional wirkend, appellativ - zu lesen, wie dieses Straßenkind sich allmählich die Sprache aneignet. Am Ende benutzt Birahima, wenn mich die Erinnerung nicht trügt, sogar einige Male das Passé simple, ein Textsignal für „gehobene Sprache“ im Französischen, für das wir im Deutschen bekanntlich kein Äquivalent haben. Dieses Erlernen der Sprache der früheren Kolonialherren wird im Text (und natürlich auch in unserer deutschen Übersetzung) immer wieder thematisiert und reflektiert. Es teilt sich dem französischen Leser unmittelbar mit. Dem deutschen Leser ist dieser unmittelbare Zugang leider in j e d e r Übersetzung verwehrt. Er liest immer wieder, dass sich hier ein Kind mit dem Französischen abstrampelt, aber er liest nun einmal einen deutschen Text. Die Unbeholfenheit, die Wiederholungen, von Kourouma natürlich bewusst eingesetzt, haben also in jeder Übersetzung eine ganz andere Wertigkeit. Sie verlieren unweigerlich ihren Appellcharakter, ihre Evidenz. (Vielleicht ist dies auch ein Grund, warum es vergleichsweise wenige Übersetzungen dieses Buches in andere Sprachen gibt, warum es damals keine Auktion um dieses in Frankreich mit dem Prix Renaudot ausgezeichnete und über 200.000 mal verkaufte Buch gab und warum es keinem anderen ausländischen Verlag - außer uns, aber auch uns nur in Ansätzen, längst nicht in dem Maße, wie es dieser Roman verdient hätte - gelungen ist, das Buch in seinem Land durchzusetzen.) Diesem Umstand muss jede Übersetzung Rechnung tragen. Hier war ein Kulturtransfer zu leisten, der die völlig unterschiedlichen Rezeptionsbedingungen deutsch- und französischsprachiger Leser/innen berücksichtigt. Aus diesem Grund habe ich die bewusste sprachliche Unbeholfenheit aus dem Text nicht eliminiert, sondern behutsam zurückgenommen. Wenn ein französischsprachiger Leser zehn Mal „avant“ auf einer Seite liest, ist das für ihn ein eindeutiges Signal, dass das fiktive Ich des Texts eben die Sprache nur mühsam beherrscht. Wenn ein deutscher Leser zehn Mal auf einer Seite „vor“ liest, aber ständig durch das Buch selbst ausdrücklich daran erinnert wird, dass er es ja eigentlich mit einem französischen Buch zu tun hat, ist es für den deutschen Leser kein Evidenzerlebnis im emphatischen Sinne mehr, sondern nur eine lästige Unbeholfenheit, die er instinktiv der Übersetzung angelastet hätte. Wenn wir diesen Text durchgängig wörtlich übersetzt hätten, wäre die Aufmerksamkeit vom Buch – von seinem aufrüttelnden Inhalt – abgelenkt worden und wir hätten eine Übersetzungsdebatte unter dem Motto „Wann sind wörtliche Übersetzungen noch sinnvoll?“ gehabt. Dafür hätten wir uns angesichts dieses Buches und dieses Themas zu Tode geschämt!
Die Rezensionen von FAZ, Spiegel u. v. a. sowie die Leserstimmen zeigen, dass wir offenbar das Maß gewahrt haben: Der Text wird immer noch als derb, als voller Wiederholungen, als krude und kindlich, aber auch als kindlich-brutal wahrgenommen. (Suggerieren Sie bitte nicht ständig, wir hätten aus „Allah n’est pas obligé“ eine „Gute-Nacht-Lektüre“ gemacht. Ich erinnere mich noch gut an unsere damalige Herstellerin, eine literarisch sehr bewanderte Frau, die nach der Lektüre des deutschen Textes völlig aufgewühlt, mitgenommen und schockiert war und sich regelrecht brutalisiert fühlte.) Aber man empfindet ihn eben nicht als unbeholfen, was in einer Übersetzung auch sinnlos würde und nicht als bewusstes Stilmittel, sondern als Übersetzungsschwäche wahrgenommen worden wäre.
Eine Bemerkung zu den Worterklärungen: Birahima erklärt schwierige, „unanständige“, bedeutende, für ihn neue Wörter, manchmal macht er sich erklärtermaßen auch einfach einen Spaß aus dem Erklären. Ein Wort, das im Französischen - in welcher Weise auch immer - besonders ist, muss es im Deutschen nicht sein. Manchmal gab es (ich erinnere mich an den Fall „vaticaniser“) auch keine deutsche Entsprechung. Ich habe deswegen bewusst nicht alle französischen Worterklärungen übernommen, habe einige, die im Deutschen völlig blutleer und pedantisch gewirkt hätten, gestrichen und dafür Wörter genommen, die im Deutschen ausgefallen, schwierig oder delikat sind. Da der Erzähler nun einmal ein Kind ist, boten sich hierfür Fremdwörter an, und wenn Sie meinen, dass „Exporteur“, „Diktator“, „Kategorie“ Begriffe sind, die jedem Kind geläufig seien, sind sie es meinen Kindern, acht und zwölf Jahre, offen gestanden nicht. Ein abstrakter Begriff wie „Kategorie“ drängt sich für eine solche Einfügung auf. Wollen Sie nicht erkennen oder erkennen Sie wirklich nicht, dass wir dabei durchaus nach Kouroumas Ästhetik vorgegangen sind und es an Sarkasmus nicht habe fehlen lassen?!
Darf man auch nicht mehr als bekannt voraussetzen, dass französischsprachige Leser grundsätzlich ein anderes Verhältnis zu Abkürzungen haben als deutsche? Muss ich das Ihnen, dem Linguisten und Kenner der Francophonie, wirklich erklären?
Es fällt auf, dass Sie die Anzahl der Veränderungen der Worterklärungen monieren, aber nicht ein einziges Beispiel dafür anführen, dass eine von mir neu hinzugefügte Worterklärung sinnlos oder nicht im Geiste von Kourouma ist. Sie können doch nicht leugnen, dass für einen deutschsprachigen Leser in einem Text, der in einer ihm fremden Region mit ihm unbekannten politischen Herrschern und Warlords situiert ist, so dass er ohnehin sehr viele ihm gänzlich unbekannte Namen, Bezeichnungen erfassen muss, die Toleranzschwelle gegenüber solchen Klammererklärungen etwas niedriger ist als für jeden französischen Leser, der sich auf ihm zumindest vage vertrauten Terrain mit zumindest diffus bekannten Namen und Orten und in seiner eigenen Sprache bewegt und daher die Worterklärungen viel unmittelbarer auffasst. Hier hätte ich von einem Literaturkenner Ihres Ranges ein höheres Abstraktionsvermögen erwartet und nicht ein beamtenhaftes Durchzählen und Erstellen von Statistiken, womit man natürlich - wie mir wohl bewusst ist - im Umgang mit Literatur ungeübte Geister sehr beeindrucken kann (so wie die Medien mit Hochrechnungen politische Argumentation ersetzen). Die Klammern sind auch in der deutschen Ausgabe ein bewusst eingesetztes, teils erklärendes, teils ästhetisches, teils spielerisches, teils distanzierend-verfremdendes oder objektivierend wirkendes Instrument – sie werden von jedem Leser wahrgenommen und nicht überlesen, aber sie sind eben quantitativ so weit zurückgeschraubt, dass sie dem deutschen Leser nicht unnötig den Zugang zum Text versperren.
Es gibt Probleme im Kulturtransfer, die Sie nicht mit Statistiken lösen können. Neulich diskutierte ich mit einem Übersetzer folgendes Problem: Enthält ein in Amerika spielender Text einige unübersetzbare Idiome, die man im Deutschen gesperrt setzt, wertet jeder gutwillige Leser diese Originalausdrücke als Bereicherung, als atmosphärisch konstitutiv. Wenn aber ein amerikanischer Text, der ohnehin schon mit mir kaum bekannten Ortschaften, Namen, Organisationsbezeichnungen und Markennamen befrachtet ist, zudem auch noch tendenziell unübersetzbaren Südstaatenslang enthält, können Sie die Frage, ob man diesen in einen deutschen Slang überträgt, kursiv im Original bringt oder ohne dialektale Einfärbung eindeutscht, nicht mit Prinzipienreiterei entscheiden. Sie müssen abwägen und auch Ihr Gefühl befragen, und die Lösungsmöglichkeiten können durchaus unterschiedlich ausfallen, und jede für sich hat ihre Berechtigung.
Wenn es diese allein mit Zahlen und Statistiken und Theorien nicht zu lösenden Problemfelder nicht gäbe, gäbe es auch nicht das Berufsfeld des Lektors. Und darauf läuft Ihre Argumentation letztendlich doch hinaus. Sie besagt, man solle jeden Text immer und überall wortwörtlich dem Lesepublikum darbieten. Ich mache Ihnen diese Einstellung nicht zum Vorwurf. Was ich Ihnen aber vorwerfe ist, dass Sie nahe liegende Gegenpositionen nicht in Ihre Argumentation einbauen - in diesem Fall also die Rezeption des Buches in Deutschland sowie Frau Hertings andere Übersetzungen. Vor allem aber, und das ist mein Haupteinwand, verschweigen Sie die völlig unterschiedlichen Rezeptionsvoraussetzungen (die ich eingangs bereits skizziert habe). Dem Autor und dem französischen Verlag waren sie jedoch sehr wohl bewusst. (Und wie Sie bereits dem Brief von Frau Herting an Sie vom Januar 2003 entnehmen konnten, waren die Éditions du Seuil über die daraus resultierenden Änderungen in der deutschen Übersetzung informiert und mit ihnen einverstanden.)
Es gibt in der Erzählung einen „Bruch“, auf den auch manche französische Rezensenten hingewiesen haben. Ich kenne Kouroumas früheren Bücher, aber einen solchen Bruch wie in diesem Buch habe ich dort nicht gefunden. Es geht darum, dass plötzlich und unvermittelt der kleine Birahima seitenlange Erklärungen mit Fakten und Namen niederschreibt, die seinen Horizont völlig übersteigen. Die Perspektive des Erzählers droht dadurch ganz und gar unglaubwürdig zu werden. Ich habe diesen Bruch nicht eliminiert; die gezielten Zusätze in diesen Passagen haben nur ein einziges Ziel: den Leser darauf aufmerksam zu machen, dass der Text selbst, wenn ich das so ausdrücken darf, ein Bewusstsein für diesen Bruch hat. Auch hier galt es zu berücksichtigen, dass ein deutschsprachiges Publikum dieses Heraustreten aus der Erzählperspektive viel stärker wahrnimmt als jeder französischsprachige Leser. Als ehemalige Kolonialherren der Elfenbeinküste verfolgen die Franzosen, wie jede französische Nachrichtensendung belegt, die Vorgänge in Westafrika viel aufmerksamer als das deutsche Publikum. Die Namen politischer Führer und Warlords sowie viele Rebellionen und Strukturen sind jedem französischen Leser, der ein solches Buch kauft, in Ansätzen klar. Für ihn mag es zwar auch verwunderlich sein, wenn ein Kind plötzlich seitenlang politische Inhalte referiert, aber nicht völlig unmöglich und aus der Welt. Für einen deutschsprachigen Leser jedoch, der nun ein Kind seitenlang mit Namen und Begriffen um sich werfen hört, ist das nicht nur höchst verwunderlich, sondern es kann schnell absurd und völlig unglaubwürdig wirken, so dass das Erzähler-Ich nicht mehr ernst genommen würde. Aus diesem Grund habe ich am Anfang und Ende dieser politischen Diskurse Textsignale eingebaut, die diesen Bruch nicht glätten, nicht wegretuschieren, sondern thematisieren.
Kurz nach der Veröffentlichung hatte ich das Vergnügen, Herrn Kouroma hier in Deutschland persönlich erleben zu dürfen. Er war einerseits beeindruckend vital, herzlich, hoch interessiert an der deutschen Kultur, doch andererseits schon deutlich von der Krankheit gezeichnet, deren Opfer er dann so früh geworden ist. Er hat in verschiedenen Instituts Français mehrere Lesungen vor einem größtenteils zweisprachigen Publikum gehalten, das gleichermaßen deutsche und französische Ausschnitte vorgelesen bekam, oft parallel – auch hier hat niemand die Übersetzung moniert. Während meiner Redaktion am Buch war Herr Kourouma unerreichbar; und Monate später hatten wir große Mühe, ihn zu bewegen, nach Deutschland zu kommen. Ich habe damals Herrn Kourouma (wie zuvor schon dem französischen Verlag) gesagt, dass wir für die deutschsprachige Ausgabe einige Worterklärungen weggelassen, andere hinzugefügt und auch sonstige Änderungen vorgenommen haben. Er fand das keineswegs skandalös, sondern verstand aufgrund meiner Erläuterungen, dass dies nicht willkürlich, sondern aus bestimmten Überlegungen heraus geschah. Ich habe Herrn Kourouma auch auf den Bruch in der Perspektive angesprochen, und seine Erklärung war, der Leser bräuchte diese Informationen unbedingt, um das politische Geschehen zu begreifen.
Sein Buch ist kein journalistisches, aber es enthält, und das sah er selbst so, ganz eindeutig auch journalistische, aufklärende Elemente. Alle Hinweise dazu, die er selbst in den Interviews gibt und auch hier in Deutschland wieder gab, unterschlagen Sie! Sie vereinfachen das Buch, indem Sie suggerieren, es wolle „reine Literatur“, reines ästhetisches Spiel sein. Doch es will viel mehr sein: aufrührerische Kindererzählung, politische Aufklärung, Verballhornung von Herrschaftssprache, Pflege spezifisch afrikanischer Erzähltraditionen, Beleuchtung der Doppelseite von Magie und Fetischismus etc. etc. etc. – all diese Elemente sind auch in der deutschen Ausgabe präsent und deutlich wahrnehmbar! Daran ist nicht zu rütteln. Dem Bruch der Erzählperspektive aber ein bewusstes, übergeordnetes ästhetisches Prinzip zuzusprechen, wie Sie es auch nur ex negativo vermögen – „Absage an den Realismus“, ein sehr schwächliches Konstrukt – halte ich für sehr gewagt.
Auf Änderungen, die nicht in Ihr Schema passen, gehen Sie nicht ein, obwohl Sie sie wahrnehmen. So habe ich z. B. am Ende des Romans, wie Sie bemerken, eine Sequenz eingebaut, in der ich Birahimas persönliche Geschichte noch einmal zusammengefasst habe. Ich hielt das für unabdingbar, weil der Leser nach der Flut ihm unbekannter Namen, Orte und Kriege aus diskursiven Reportagepartien am Schluss noch einmal eine Erinnerung an Birahimas Geschichte braucht, damit diese das ihr zustehende Gewicht nicht sang- und klanglos verliert. Ich habe dazu Kouroumas eigene Formulierungen benutzt, sie rhythmisiert und wiederholend eingesetzt. Sie benennen die Änderungen. Aber ist denn eine Änderung, allein schon weil sie eine Änderung ist, ein Skandal? Oder sind sie vielleicht sinnvoll und im Geiste des Werkes?
Dr. Edgar Bracht
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