Christiane Nord (1988) hat darauf hingewiesen, dass der Übersetzer in Wirklichkeit nicht „unilateral an die ZT-Situation gebunden" ist (1988:31), wie im radikal funktionalistischen Ansatz behauptet wird. Der Übersetzer ist sehr wohl an den AT gebunden, da er in der konkreten Übersetzungssituation die gestellten Erwartungen auf allen Ebenen erfüllen soll - die der ZT-Empfänger, des Klienten, aber eben auch des AT-Autors. Nord fuhrt den Begriff 'Loyalität' ein, um die Einstellung zu charakterisieren, die der Übersetzer sowohl dem AT-Autor als auch dem ZT-Empfänger gegenüber einnehmen soll. Um wirklich zum Vermittler zwischen Kulturen zu werden, ist der Übersetzer moralisch dazu verpflichtet, die Erwartung des AT-Autors zu respektieren und die Intention nicht zu verfälschen.

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