Handlungstheorien des Übersetzens
In den sog. Handlungstheorien des Übersetzens verlagert
sich das Schwergewicht von den Texten (Sprache) und von den kognitiven Prozessen
(Strategien/Methoden) zum Individuum Übersetzer.
Im Vordergrund stehen soziale Handlungen des Translators,
die er ausführen muss, um zu einer interkulturellen Vermittlungsleistung zu
kommen.
In solchen Theorien wird der Übersetzer als
professioneller Experte verstanden, der seine Situation analysieren muss, um zu
einer adäquaten Obersetzung zu gelangen.
Folglich muss der Obersetzer in der Lage sein, mit
Welten, Handlungen, Sachverhalten und Strategien professionell umzugehen, wobei
erst die Welten aufzubauen sind und die Worte dann folgen. Daher ist
translatorisches Handeln ein mentaler Transfer der TRL (des Translators - H.S.) in den Welten von AT und ZT, wodurch der AT seine Autonomie verliert, während
der ZT den Sinn hat, Sachverhalte in Denkräumen-in-Situationen zu enkulturieren. (Horn-Helf 1999: 89 über Holz-Mänttäri 1988)
Die Handlungstheorie des Übersetzens besagt dabei im
wesentlichen, dass
Übersetzen vor allen Dingen interkulturell adäquates
Neuschöpfen ist, zudem
können Prozesse des AT-ZT Übersetzens mit der
eigentlichen Herstellung
des AT zusammenfallen.
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