Die Skopostheorie von Katharina Reiß und Hans J. Vermeer gehört zu
den funktionalen Übersetzungstheorien, und orientiert sich als solche an der
Wirkung des Zieltextes auf den Empfänger. Ihr Leitsatz lautet: „Die Dominante
aller Translation ist deren Zweck.“ (Koller
1997:212)
Laut der Skopostheorie hat man sich vom „heiligen Original“ zu lösen, und
den Text so zu übersetzen, das seine Wirkung erhalten bleibt, beziehungsweise
die vom Auftraggeber gewünschte Wirkung erzielt wird.
Gemäß
dieser Theorie ist eine Übersetzung dann gelungen, „wenn sie vom Rezipienten
als hinreichend kohärent mit seiner Situation interpretiert wird und kein
Protest, in welcher Form auch immer, zu Übermittlung, Sprache und deren Sinn
(‚Gemeintem’) folgt“ (Reiß/Vermeer 1984:112).
Eine
ideale Übersetzung (mit Funktionskonstanz als Skopos) wäre somit eine, bei
welcher der Empfänger den Sinn des Ausgangstextes völlig vermittelt bekommt,
ohne dass er merkt, dass es sich um eine Übersetzung handelt.
Bestimmend
für eine Übersetzung ist bei der Skopostheorie der Übersetzungsauftrag. So
gesehen ist es eine ausgesprochen pragmatische und am professionellen Übersetzer
orientierte Theorie.
Ein wichtiger Aspekt ist die Bedeutung der Skopostheorie für die Translationsdidaktik.
Durch die Freiheiten, welche dem Übersetzer geboten werden, muss auch seine
Ausbildung sowohl freier als auch intensiver betrieben werden. Der Übersetzer
muss ein Experte sein, welcher in seiner Ausbildung alle möglichen Übersetzungsprobleme
und Lösungsansätze kennen lernt. Es ist nicht länger damit getan, das starre
Regeln und Übersetzungsstrategien auswendig gelernt werden, die dann bei der Übersetzung
zum Einsatz kommen.
Diese Seite ist Bestandteil der WEB-Site: "WWW.Übersetzungswissenschaft.de"