Descriptive
Translation
Studies-Schule (Manipulation School) und die empirische
Übersetzungsprozessforschung.
Diese
beiden Richtungen weisen Ähnlichkeiten miteinander auf, indem sie beide
empirisch und ausgesprochen deskriptiv - d.h. nicht-präskriptiv - vorgehen. Innerhalb der ersteren Richtung hat man begonnen, Übersetzungen
in ihrer tatsächlichen Erscheinungsform, mit all ihren Fehlern und Schwächen,
als historische und kulturelle Dokumente zu studieren; frühere Theorien hatten
oft ,a priori festgelegt, wie (die Übersetzungen) sein sollten" (Hermans
1998:97). In der Schule der Descriptive
Translation Studies (mit Vertretern wie
Hermans, Lambert, Lefevere, Toury) beschäftigt man sich vor allem mit der
literarischen Übersetzung, wobei das übergreifende Ziel darin besteht, in
einem breiten kontextuellen Rahmen empirisch zu erforschen, wie solches Übersetzen
in der Gesellschaft funktioniert bzw. in der Geschichte funktioniert hat. Einige
der Fragestellungen hierbei sind, von wem und zu welchem Zweck Texte übersetzt
werden, und wie die übersetzten Texte in der literarischen Kultur der ZS
wirken. Man ist also zieltextorientiert und nimmt beim Studium des Übersetzens
oft eine Makroperspektive ein. Man hat u.a. darauf hingewiesen, dass der
Entscheidungsprozess des Übersetzers von übersetzerischen Normen geregelt wird
(s. Toury 1980, 1995). Die Auffleckung und Beschreibung dieser Normen ist ein
zentrales Ziel in der Descriptive
Translation Studies-Schule, in
der man erkannt hat, dass die Obersetzungsnormen ,,eng mit den ideologischen und
ästhetischen Ansichten einer Gesellschaft sowie deren Wertvorstellungen verknüpft"
sind (Hermans 1998:99). Deshalb müssen literarische Übersetzungen in einem
breiten soziokulturellen Rahmen untersucht werden.
Diese Seite ist Bestandteil der WEB-Site: "WWW.Übersetzungswissenschaft.de"